Aktuelles
20.02.2009
Börsen-Verkaufspraxis
Ein aktueller Vorfall veranlasst mich vor allem aus persönlichen Gründen, nochmals zu einer Stellungnahme
zu den Verkaufspraktiken auf Börsen beim Handel mit Reptilien, in diesem Fall mit Japalura splendida.
Prinzipiell sollte schon klar sein, dass ich den Tier-Handel auf Börsen oder anderen terraristischen Veranstaltungen nicht befürworte. Aus diesem Grund werden sicher keine Nachzuchten von mir auf einer Börse zu erwerben sein. In Dortmund wurde von Herrn Marcel NAUMBURG ein Pärchen Japalura splendida als deutsche Nachzucht angeboten. Bei dem geführten Verkaufsgespräch, berichtete Herr NAUMBURG, dass er Nachzuchten hält, bis sie erwachsen sind und dann verkauft. Der Käufer ging also davon aus, (da der Händler gleichfalls aus dem Raum Dresden kommt), Nachzuchten von mir zu erwerben, weshalb er sich schon nach 2 Tagen an mich wandte, da bereits die ersten Probleme mit den Tieren auftraten.
Zitat vom Käufer, mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis eingefügt: "Die Tiere wurden lt. Herrn Marcel NAUMBURG als Paar Japalura splendida, Alter 15/10 Monate, verkauft. Sie sollen auch vorher schon als Paar zusammen gehalten worden sein". Feddo Loer, Duisburg

Bilder Feddo Loer: links Japalura splendida 1,0 korrekt & rechts Japalura chapaenesis 1,0 falsch angeboten
Fakt war und ist:
Leider kann wohl kaum ein Händler erkennen, welche Art der Gattung Japalura er vom Großhandel geliefert bekommt. Da nicht dokumentiert wird, woher die Tiere stammen, kann gerade bei der Gattung Japalura sehr viel von Grund auf falsch laufen. Geht man nur davon aus, dass große Tiere mit gerade verlaufenden Dorsolateralstreifen männliche Japalura splendida und kleinere Tiere, mit Unterbrechungen im Streifen, weiblich sind, so geschehen hier schon Fehler in der Zusammenstellung und dann auch in der Haltung. Japalura splendida haben noch mehr spezifische Zeichnungen, um sie genau zu dieser Art zu stellen. Ich möchte auf die grün-oliv-farbigen Schuppen verweisen und auf die Augenringe, bestehend aus gelben und grünen Schuppen. Außerdem ist eine spezielle Zackenform im Nacken artspezifisch.
Japalura chapaensis haben kaum geschlechtsspezifisch dosolaterale Streifen, wie die Art J. splendida. Die Geschlechter unterscheiden sich nur gering in den spezifischen Zacken im Nackenbereich und dorsal zeigen sie eine deutliche Abweichung gegenüber den Japalura splendida. Ihre Farbgebung kann ins blau-grau tendieren, was sehr klar unterhalb der Augenringe zu erkennen ist. Sie bleiben deutlich kleiner als Japalura splendida und haben andere Ansprüchen ans Klima, da sie nicht aus dem Hochgebirge stammen. Das nur als kleiner Exkurs in Sache Arten einer Gattung.

Bild links von Stephan Münch Japalura chapaensis 0,1 wurde gerettet & Bild rechts von Feddo Loer Japalura chapaensis 1,0 in bedenklichem Zustand
Da jede Art eine bestimmte Farbgebung als Signale zur Kommunikation zwischen den Geschlechtern anwendet, muss man bedenken, dass Japalura splendida und Japalura chapaenesis sich nichts zu sagen haben. Während eine Spezies sich zur Balz schwarz umzeichnet, kommen bei der anderen eher blaue Farben zur Geltung. Es dürfte einleuchten, dass zwei fremde Spezies sich entweder ignorieren, oder angreifen.
Im Fall der Arten J. splendida und J. chapaensis kam es bei einem befreundeten Terrarianer zu gefährlichen Angriffen, bis schließlich das vermeintliche Paar getrennt wurde. Außerdem zeigte das angebliche Weibchen immer ein schlaffes Verhalten und abgedunkelte Farben bei den angebotenen Temperaturen, wogegen es unter wärmeren Bedingungen deutlich aktiver und farbenprächtiger wurde.
Ich persönlich muss jedem engagierten und an diesen Arten interessierten Terrarienfreund raten, sich im Vorfeld bestens zu informieren. Sollte er Tiere der Gattung Japalura pflegen wollen, so muss er über deren Besonderheiten Bescheid wissen, da die Vertreter dieser Gattung keine einfachen Terrarientiere sind. Es sind keine Anfängertiere! Hinzu kommt, dass es einem Terrarianer unwürdig ist womöglich doch eine Artenvermischung anzustreben um Bastarde in den Handel zu bringen. Dies halte ich für sehr verantwortungslos.
Aus diesem Grund gebe ich meine Nachzuchten nur persönlich an geeignete Pfleger ab. Ich stehe diesen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und helfe, bei der korrekten Einrichtung des Terrariums. Bergagamen sind vom Wasser abhängig und brauchen kühle Temperaturen. Sie auf Hobelspänen anzubieten zeugt von einer absoluten Unkenntnis oder Gleichgültigkeit. Dies beweist auch die von Herrn NAUMBURG erzeugte Beschriftung der Verkaufsdose, denn richtig sollte es heißen: Haltungsparameter: feucht und kühl. Im Laufe der Jahre habe ich einige Erfolge mit der Gattung Japalura erzielt. Dies hat sich in Deutschland herum gesprochen. Von den Verkaufspraxis eines Herrn Marcel NAUMBURG oder anderen ähnlich denkenden, nur auf das schnelle Geld zielenden, Tier als Ware betrachtenden Händlern möchte ich mich hiermit vehement distanzieren und diese wiederholt mit allem Nachdruck verurteilen.
Fakt ist: Das hier ein eindeutiger Betrug vorliegt. Nicht nur, dass Tiere verschiedener Arten, gleichen Geschlechts, als Pärchen verkauft wurden, sondern auch noch wissentlich falsche Tatsachen in Hinsicht Alter und Pflege erzählt werden, nur um ein schnelles Geschäft zu machen. Praktiken, die nicht dem Wohl des Tieres dienen, sondern wohl eher dem Wohl des Händlers. Eigentlich wäre diese Sache ein Fall für den Staatsanwalt.
Esther Laue
Prinzipiell sollte schon klar sein, dass ich den Tier-Handel auf Börsen oder anderen terraristischen Veranstaltungen nicht befürworte. Aus diesem Grund werden sicher keine Nachzuchten von mir auf einer Börse zu erwerben sein. In Dortmund wurde von Herrn Marcel NAUMBURG ein Pärchen Japalura splendida als deutsche Nachzucht angeboten. Bei dem geführten Verkaufsgespräch, berichtete Herr NAUMBURG, dass er Nachzuchten hält, bis sie erwachsen sind und dann verkauft. Der Käufer ging also davon aus, (da der Händler gleichfalls aus dem Raum Dresden kommt), Nachzuchten von mir zu erwerben, weshalb er sich schon nach 2 Tagen an mich wandte, da bereits die ersten Probleme mit den Tieren auftraten.
Zitat vom Käufer, mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis eingefügt: "Die Tiere wurden lt. Herrn Marcel NAUMBURG als Paar Japalura splendida, Alter 15/10 Monate, verkauft. Sie sollen auch vorher schon als Paar zusammen gehalten worden sein". Feddo Loer, Duisburg

Bilder Feddo Loer: links Japalura splendida 1,0 korrekt & rechts Japalura chapaenesis 1,0 falsch angeboten
Fakt war und ist:
- dass ich nur harmonierende, sich vertragende Pärchen abgebe.
- dass diese Tiere niemals als Paar zusammen aufgewachsen sein können, da es sich ganz klar um zwei Männchen handelte. Dies wurde vom hinzugezogenen fachkundigen Tierarzt bestätigt.
- Diese Tiere weit älter als 15 Monate sind, da vor allem das Männchen schon vollständig ausgewachsen ist.
- Das kleinere Tier (Bild rechts) zeigte deutliche Narben, die von Revierstreitigkeiten stammen könnten. Dies ist oft ein sicheres Indiz dafür, dass es sich um Wildfänge handelt, denn ein pflichtbewusster Terrarianer geht kein Risiko ein, seinen Tieren Schaden zu zufügen.
- Diese 2 Männchen scheinen außerdem nicht einer Art anzugehören, denn das eine ist eindeutig Japalura splendida, wobei es sich bei dem zweiten Tier um Japalura chapaensis handeln könnte.
- Japalura chapaensis erscheinen in jüngster Zeit häufiger im Handel und Nachzuchten davon dürfte es noch gar nicht geben.
Leider kann wohl kaum ein Händler erkennen, welche Art der Gattung Japalura er vom Großhandel geliefert bekommt. Da nicht dokumentiert wird, woher die Tiere stammen, kann gerade bei der Gattung Japalura sehr viel von Grund auf falsch laufen. Geht man nur davon aus, dass große Tiere mit gerade verlaufenden Dorsolateralstreifen männliche Japalura splendida und kleinere Tiere, mit Unterbrechungen im Streifen, weiblich sind, so geschehen hier schon Fehler in der Zusammenstellung und dann auch in der Haltung. Japalura splendida haben noch mehr spezifische Zeichnungen, um sie genau zu dieser Art zu stellen. Ich möchte auf die grün-oliv-farbigen Schuppen verweisen und auf die Augenringe, bestehend aus gelben und grünen Schuppen. Außerdem ist eine spezielle Zackenform im Nacken artspezifisch.
Japalura chapaensis haben kaum geschlechtsspezifisch dosolaterale Streifen, wie die Art J. splendida. Die Geschlechter unterscheiden sich nur gering in den spezifischen Zacken im Nackenbereich und dorsal zeigen sie eine deutliche Abweichung gegenüber den Japalura splendida. Ihre Farbgebung kann ins blau-grau tendieren, was sehr klar unterhalb der Augenringe zu erkennen ist. Sie bleiben deutlich kleiner als Japalura splendida und haben andere Ansprüchen ans Klima, da sie nicht aus dem Hochgebirge stammen. Das nur als kleiner Exkurs in Sache Arten einer Gattung.

Bild links von Stephan Münch Japalura chapaensis 0,1 wurde gerettet & Bild rechts von Feddo Loer Japalura chapaensis 1,0 in bedenklichem Zustand
Da jede Art eine bestimmte Farbgebung als Signale zur Kommunikation zwischen den Geschlechtern anwendet, muss man bedenken, dass Japalura splendida und Japalura chapaenesis sich nichts zu sagen haben. Während eine Spezies sich zur Balz schwarz umzeichnet, kommen bei der anderen eher blaue Farben zur Geltung. Es dürfte einleuchten, dass zwei fremde Spezies sich entweder ignorieren, oder angreifen.
Im Fall der Arten J. splendida und J. chapaensis kam es bei einem befreundeten Terrarianer zu gefährlichen Angriffen, bis schließlich das vermeintliche Paar getrennt wurde. Außerdem zeigte das angebliche Weibchen immer ein schlaffes Verhalten und abgedunkelte Farben bei den angebotenen Temperaturen, wogegen es unter wärmeren Bedingungen deutlich aktiver und farbenprächtiger wurde.
Ich persönlich muss jedem engagierten und an diesen Arten interessierten Terrarienfreund raten, sich im Vorfeld bestens zu informieren. Sollte er Tiere der Gattung Japalura pflegen wollen, so muss er über deren Besonderheiten Bescheid wissen, da die Vertreter dieser Gattung keine einfachen Terrarientiere sind. Es sind keine Anfängertiere! Hinzu kommt, dass es einem Terrarianer unwürdig ist womöglich doch eine Artenvermischung anzustreben um Bastarde in den Handel zu bringen. Dies halte ich für sehr verantwortungslos.
Aus diesem Grund gebe ich meine Nachzuchten nur persönlich an geeignete Pfleger ab. Ich stehe diesen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und helfe, bei der korrekten Einrichtung des Terrariums. Bergagamen sind vom Wasser abhängig und brauchen kühle Temperaturen. Sie auf Hobelspänen anzubieten zeugt von einer absoluten Unkenntnis oder Gleichgültigkeit. Dies beweist auch die von Herrn NAUMBURG erzeugte Beschriftung der Verkaufsdose, denn richtig sollte es heißen: Haltungsparameter: feucht und kühl. Im Laufe der Jahre habe ich einige Erfolge mit der Gattung Japalura erzielt. Dies hat sich in Deutschland herum gesprochen. Von den Verkaufspraxis eines Herrn Marcel NAUMBURG oder anderen ähnlich denkenden, nur auf das schnelle Geld zielenden, Tier als Ware betrachtenden Händlern möchte ich mich hiermit vehement distanzieren und diese wiederholt mit allem Nachdruck verurteilen.
Fakt ist: Das hier ein eindeutiger Betrug vorliegt. Nicht nur, dass Tiere verschiedener Arten, gleichen Geschlechts, als Pärchen verkauft wurden, sondern auch noch wissentlich falsche Tatsachen in Hinsicht Alter und Pflege erzählt werden, nur um ein schnelles Geschäft zu machen. Praktiken, die nicht dem Wohl des Tieres dienen, sondern wohl eher dem Wohl des Händlers. Eigentlich wäre diese Sache ein Fall für den Staatsanwalt.
Esther Laue
